Störung melden

Unsere kostenfreie Störungsnummer rund um die Uhr:

Tel. 0800 6484848

Im Notfall bitte Anruf bei Polizei (110) oder Feuerwehr (112)

Zählerstand melden

Teilen Sie uns den Zählerstand einfach online mit-ganz bequem und rund um die Uhr.

Zählerstand eingeben

Servicenummer Tel. 02741 9211-0

Mo.-Do.:  07:30-12:00 Uhr
 12:30-16:00 Uhr
Fr.: 07:30-13:00 Uhr

Online-Kontakt

Aktuelle Lage

Informationen

Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Gasversorgung

Der Ukrainekrieg und das dadurch ausgelöste menschliche Leid macht uns alle betroffen. Wir alle sind mit unseren Gedanken bei den Frauen, Männern und Kindern, die mitten in Europa um ihr Leben kämpfen müssen. Ihnen gilt unsere uneingeschränkte Solidarität. Der Krieg wirft gleichzeitig bei Ihnen viele Fragen hinsichtlich der Sicherheit Ihrer Gasversorgung auf.
Vor dem Hintergrund der russischen Drohung, künftig nur noch Rubel als Zahlungsmittel für russische Gaslieferungen zu akzeptieren, hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck am 30. März 2022 die sogenannte Frühwarnstufe ausgerufen. Auch dieser Schritt wirft bei Ihnen Fragen auf, die wir ernst nehmen. Daher haben wir Ihnen hier Informationen zu den zentralen Themen zusammengestellt, die in der Kundenhotline immer wieder an uns herangetragen werden.        

1.    Was bedeutet die Ausrufung der Frühwarnstufe?  

Die Frühwarnstufe ist eine von drei Eskalationsstufen des europäisch geregelten „Notfallplan Gas“. Sie kann einberufen werden, wenn die Gefahr einer langfristigen Unterversorgung besteht, Gasströme an wichtigen physischen Einspeisepunkten eingeschränkt sind oder ausbleiben, wichtige Aufkommensquellen ausfallen oder Speicherstände langanhaltend niedrig sind. Die Frühwarnstufe sieht eine engmaschige Abstimmung zwischen den verschiedenen Akteuren der Gaswirtschaft, des Bundeswirtschaftsministeriums und der Europäischen Kommission vor.

2.    Welche weiteren Stufen gibt es?

Verschärft sich die Situation und besteht die Gefahr einer langfristigen Unterversorgung durch Lieferunterbrechungen und sehr niedrige Speicherstände kann die zweite Krisenstufe, die „Alarmstufe“ einberufen werden. Erst mit dem Ausrufen der „Notfallstufe“ erfolgen Eingriffe in den Gasmarkt. Diese tritt in Kraft, wenn es tatsächlich zu erheblichen Störungen der Gasversorgung kommt. In dieser letzten Stufe gehen die Entscheidungen auf den Staat über. Konkret: Die Bundesnetzagentur wird zum „Bundeslastverteiler“, unsere Netztöchter sind als Netzbetreiber in dieser Situation ausführende Organe.  

3.    Wie sicher ist meine Gasversorgung jetzt noch?

Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine Beeinträchtigung der Lieferungen aus Russland festzustellen. Die deutschen Gasspeicher sind aktuell zu 26 Prozent gefüllt und liegen damit innerhalb des Fünfjahreskorridors. In der Branche herrscht Konsens, dass für die zu Ende gehende Heizperiode ausreichende Gasmengen vorhanden sind bzw. importiert werden können. Derzeit werden insbesondere große Mengen an LNG-Gas (verflüssigtes Erdgas) in die EU geliefert. Zudem sind wir Teil eines europäischen Verbundnetzes, in das eine Vielzahl von Erdgasproduzenten Gas aus verschiedenen Quellen einspeist. Im Bedarfsfall unterstützen sich die EU-Staaten in diesem länderübergreifenden Verbundnetz gegenseitig. Alle zur Verfügung stehenden Importrouten werden derzeit in ihrer gesamten Breite genutzt.

4. Was passiert, wenn Russland seine Gasexporte drosselt oder ganz stoppt?

Nach allen derzeitigen Prognosen ist bei einem Absinken der russischen Gasflüsse – selbst im deutlichen Umfang – in den nächsten Monaten keine Einschränkung der Versorgung zu erwarten.

Bei einem kompletten Lieferstopp jedoch können regionale Engpässe nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Wenn sich die Versorgungssituation dauerhaft verschlechtert, wird per Regierungsverordnung die oben erwähnte Notfallstufe ausgerufen.
Die Maßnahmen der Notfallstufe zielen darauf ab, im Fall einer Gasmangellage die Versorgung der privaten Haushalte und weiterer schützenswerter Einrichtungen (etwa Krankenhäuser, Altenheime, Feuerwehr, Polizei, etc.) vorrangig zu sichern.

Im Extremfall werden nicht vorrangig geschützte Kunden, z.B. industrielle und gewerblichen Gasnutzer, aufgefordert, ihren Gasbezug zu reduzieren oder einzustellen. So können Gaskapazitäten gezielt für die geschützten Kunden gesteuert werden. Nicht geschützte Kunden werden rechtzeitig von ihrem Gas-Netzbetreiber über eventuelle sogenannte Lastabschaltungen informiert.
Wer in die Kategorie der nicht geschützten Kunden fällt, ist durch den Gesetzgeber geregelt.    

5. Wer entscheidet im Notfall?

Im unwahrscheinlichen Fall, dass es tatsächlich zu erheblichen Störungen der Gasversorgung kommt, übernimmt der Staat. Die Bundesnetzagentur bestimmt dann die Verteilung des knappen Erdgases. Die Verteilnetzbetreiber wie die Rhein-Sieg Netz und die Westerwald-Netz sind in dieser Phase ausschließlich ausführende Organe.